Hier ein Auzug aus meinem Buch
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Hass regiert, Arroganz verliert
„Und dann hab ich die flachgelegt, und die. Die andere hat mich geritten wie ein Stier! – Ich kann’s nicht mehr hören! Der lügt, wenn er sein Maul aufmacht. Ich könnt ihn eins in die Fresse geben!“, brüllte Robin in seinem Zimmer herum.
Seine Freundin Judith saß auf dem Bett und schnäuzte sich die Nase. Sie weinte, da ihr die Stimmung ihres Freundes Angst machte. Robin hatte vor einer halben Stunde einige Flaschen Bier mit schnellen Zügen geleert, jetzt war er durch den schnell angestiegenen Alkoholpegel etwas aggressiv geworden. Judith hatte Angst vor ihrem Freund, wenn er angetrunken war. Da er dann oft gewalttätig wurde und seine Kräfte nicht unter Kontrolle halten konnte!
Worüber er sich maßlos aufregte, war sein Hausmitbewohner Martin Flinten, vor Kurzem noch sein Zimmerkollege, bevor dieser ein Zimmer weiter in die 13 umgezogen war. Sie hassten sich gegenseitig. In Robins Augen war Martin ein Prolet. Er gab mit seinen Frauengeschichten an, stellte sich als größten Gigolo hin, und das war Robin ein Dorn im Auge.
„Jetzt komm mal wieder runter, Schatz, du machst mir Angst, wenn du so in Rage gerätst, bitte beruhig dich!“, flehte ihn Judith an. Doch Robin brüllte sie an, obwohl sie nichts mit den Rivalitäten ihres Freundes zu tun hatte: „Nein, ich hab die Schnauze voll, jetzt ist Schicht in Schacht! Ich geh jetzt raus und schnapp mir das Schwein, wenn er denkt, er kann hier den Dicken markieren, dann ist er bei mir an der falschen Adresse!“ Mit diesen Worten packte er seinen Stuhl, der am Schreibtisch stand, und schleuderte ihn gegen seinen Schrank.
Der Stuhl ging zu Bruch und auch die Schranktür zerbrach in zwei Teile. Dann hastete er zum Badezimmerspiegel, der beim Waschbecken an der Wand hing, starrte schnell atmend kurz in den Spiegel und schlug mit der Faust mit voller Wucht dagegen. Es machte ein schepperndes Geräusch, der Spiegel barst in tausend Teile, und seine Hand war übersät mit Glassplittern, von denen einige große Schnitte verursachten. Sogleich fing es an zu bluten.
Das Blut tropfte auf den Boden und Robin sah seine Freundin an und jammerte: „Schau nur, schau nur, was er getan hat, er ist schuld an meinem Ausraster, scheiße, Schatz, schau nur, es blutet!“ „Oh Mann, nein, Kuschelbär, das warst alles du, oh verdammt! Warte, ich helfe dir, die Blutung zu stillen. Du bist doch verrückt!“, sagte sie geschockt zu ihrem Freund. Sie setzen sich aufs nahe gelegene Bett, um seine Wunden zu verarzten. Durch das laute Scheppern und Robins Rumgeschreie war draußen im Flur ausgerechnet die Person auf sie aufmerksam geworden, die ihn so in Rage gebracht hatte. Martin klopfte an die Zimmertür und kam herein, ohne auf Antwort zu warten.
„Hey, was ist denn hier los, tickst du nicht ganz richtig, Alter?“, fragte Martin seinen Hausmitbewohner. Der durchbohrte ihn regelrecht mit seinem hasserfüllten Blick, ballte seine Fäuste und stand vom Bett auf. „Du kommst mir gerade recht!“, brüllte Robin ihn an. „Oh nein, du beruhigst dich, Schatz, und du gehst jetzt besser, sonst gerät das hier noch völlig außer Kontrolle!“, bat Judith Martin und stellte sich zwischen die beiden Kontrahenten.
Martin schaute verdutzt drein und erwiderte: „Was hat denn dein bescheuerter Freund? Der hat sie doch nicht alle, ich hab doch keine Angst vor deinem Stecher. Der soll sich wieder einkriegen!“ Martin sah Robin mit energischem Blick provozierend an. „So, jetzt ist Feierabend!“ Mit diesen Worten schob Robin seine Freundin zur Seite, sprang auf Martin zu und schubste ihn durch das Zimmer. Drückte ihn mit aller Kraft gegen die Zimmertür, boxte ihn in den Magen. Martin krümmte sich durch den auftretenden Schmerz. Dann schubste er ihn von der Tür weg und riss sie auf.
Die Tür knallte gegen die Wand. Robin packte Martin beim Schlafittchen und mühte sich, ihn aus dem Zimmer zu werfen. Das gelang ihm aber nicht, da Martin nicht gerade leicht war. Martin hatte sich in der Zwischenzeit wieder gefasst und wehrte Robins zweite Faustattacke gezielt ab. Jetzt schlug er Robin in die Rippen, der daraufhin etwas nach hinten taumelte. Judith verdeckte mit den Händen ihre Augen, um das gewalttätige Schauspiel nicht mit anschauen zu müssen.
Mittlerweile hatten sie sich bis zum Eingang der Jungenküche geschubst. Dort packte Robin seinen Widersacher bei nächstmöglicher Gelegenheit mit beiden Händen am Kopf, zog ihn schnell nach unten und hob sein Knie, sodass es mit voller Wucht seinen Brustkorb traf. Martin rang nach Luft, während Robin ihn gegen die Wand drückte und anfing, ihn mit der einen Hand zu würgen. Mit der anderen Hand holte er aus und stand kurz davor, den nächsten Fausthieb zu landen, diesmal mitten in Martins Gesicht.
„Schlag doch zu, du feiger Hund! Na warte, warte, bis ich meine Leute geholt habe, dann machen wir dich fertig! Deine eigene Mutter wird dich nicht mehr wiedererkennen können! Du wirst …“, drohte Martin.
Doch Robin unterbrach ihn. „Halt dein Maul, verdammt. Du bist feige! Entweder wir klären das von Mann zu Mann oder du wirst der feige Mistkerl sein, der erst seine Leute holen muss, um mit der Situation fertig zu werden! Ich könnt dich …“ „Schluss jetzt, ich hab die Schnauze voll, du willst alles nur mit Gewalt lösen! Du hast dich nicht mehr unter Kontrolle! Ich hab Angst, ich kann nicht mehr, es ist aus, Robin!“, schrie Judith vom Jungengang kommend. Sie sah total fertig aus, durch das ständige Weinen war ihre Haut total gerötet und gereizt. Da sie ebenfalls wie einige aus dem Haus unter Hautproblemen litt, war das generell gesehen Gift. Die Tränen brannten auf ihrer Haut.
Sie wandte sich von den beiden Streithähnen ab und verschwand Richtung Fernsehraum. „Du hast verdammtes Glück heute, Arschloch!“, schrie Robin Martin an. „Das hier ist noch nicht zu Ende!“ Mit diesen Worten rammte er erneut seine Faust in Martins Magengrube. Während Martin schmerzerfüllt zu Boden sackte, rannte Robin seiner Freundin hinterher. Martin rieb sich den Hals. In dem Moment ging von draußen die Eingangstür auf und Marc kam herein.
„Ach, du Scheiße, was war denn hier los? Übel, als wäre hier ’ne Massenschlägerei gewesen!“ Durch Robins blutende Hand und das ganze Herumwirbeln bedeckten viele kleine Blutspritzer die Wand und den Boden und Martins Kleidung war mit einigen Blutflecken besudelt. Durch die Rangelei waren die beiden Streithähne mit den Schuhen durch die Bluttropfen geschliddert, sodass der Anblick im Flur Unwissenden sicherlich Rätsel aufgeben würde.
„Das war Robin“, sagte Martin zu Marc, während er sich vom Boden aufrappelte, seinen Magen und Hals rieb, an dem man jetzt deutlich blaue Ansätze von Blutergüssen erkennen konnte, wo Robin zugedrückt hatte. „Der hat sie nicht alle! Nur weil die Stress in ihrer verkorksten Beziehung haben, muss er seinen Hass doch nicht gegen mich richten, aber das kriegt er noch zurück. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!“
Martin ging auf sein Zimmer, schnappte sich Kippenschachtel und Jacke und verließ das Haus. Marc schaute ihm etwas verdutzt hinterher, schüttelte kurz den Kopf und verschwand in der Jungenküche. Zwei Stunden später konnte Marc zufällig beobachten, wie Robin still und heimlich im Flur mit einem Tipp-Ex-Fläschchen bewaffnet die Blutspritzer an den weißen Wänden übermalte. Auf dem Boden musste er kräftig schrubben, doch keiner der vorbeigehenden Jugendlichen hätte es gewagt, ihn zu verspotten, da sie von anderen bereits erfahren hatten, was sich an dem Tag im Haus abgespielt hatte.
Erholung unter der Dusche
Marc stand nach den Anstrengungen immer der Sinn nach Duschen. Im Zimmer angekommen warf er den Rucksack mit den Ausbildungsunterlagen in die Ecke, zog sich bis auf die Boxershorts aus und suchte sich frische Klamotten aus dem Schrank. Dann schnappte er sich den tragbaren CD-Player seines Zimmerkollegen und sein Duschzeug. Zum Duschen durfte er die Minianlage mit ins Bad nehmen, mit der Lieblingsmusik machte das Duschen viel mehr Spaß. Er sprang in seine Hauslatschen und stapfte los. Auf dem Weg zum Bad, wo drei Duschzellen montiert waren, traf er Tony Banks.
„Hey, Breiten, wenn mich jemand suchen sollte, ich bin unter der Dusche. Wer ist eigentlich da von den Erziehern?“ „Alles klar, ich weiß dann Bescheid! Von den Erziehern? Keiner, sind mit zwei, drei Leuten Eis essen gegangen! Sind grad vor ’ner Viertelstunde los! Also quasi sturmfrei! Geil oder?” „Wohl wahr! Wie auch immer, ich steig jetzt unter die Dusche! Bis später dann!“, sagte Marc, bevor er im Bad verschwand.
Er schloss sich ein, postierte die Anlage auf den Toilettendeckel, legte seine Musik rein und stellte sie etwas lauter als Zimmerlautstärke, da man die Musik ja nicht bei normaler Lautstärke unter der Brause hören konnte. Anschließend legte er seine frischen Klamotten auf die verbreiterte Fensterbank und zog seine Boxershorts aus. Jetzt sprang er unter die Dusche und genoss es, wie das Wasser auf seine Haut prasselte. Er nahm sein Duschgel und rieb sich am ganzen Körper damit ein. Sein Hautzustand war stabil. Normalerweise brannte es sonst für einen kurzen Moment, wenn das Wasser auf die Kratzwunden traf. Doch heute genoss es Marc richtig. Nichts tat ihm weh.
Ein paar Minuten später schnappte er sich den Rasierschaum und schäumte sich seine Intimzone zwischen den Beinen ein. Nach kurzer Einwirkzeit begann er mit der Rasur. Dann mussten auch noch die Achselhaare daran glauben. Gelassen stand er noch immer unter der Brause. Das ist so gemütlich, da könnte man glatt einschlafen, dachte er bei sich. Mittlerweile war durch das heiße Wasser im Raum jede Menge Dunstnebel aufgetreten. Plötzlich hörte er ein Geräusch und stellte die Dusche ab. Als er gerade den Duschvorhang zur Seite ziehen wollte, da wurde dieser von ganz alleine weggezogen.
„Hallöchen!“ Marc erschrak kurz. Er hatte Besuch bekommen! Nancy stand mit einem Mal vor ihm und sah mit großen Augen und einem breiten Grinsen an ihm herunter. „Sag mal, geht’s dir noch gut, mich so zu erschrecken?! Was willst du eigentlich hier, woher weißt du, dass ich hier bin?“, moserte Marc. „Reg dich ab, ich hab Tony in der Mädchenküche getroffen und ihn gefragt, wer so im Haus ist, da hat er mir unter anderem erzählt, dass du gerade duschen bist! Da hab ich mal gedacht, ich komm dich mal besuchen!“, beruhigte Nancy ihn.
„Aha! Und nun? Willst du mit unter die Dusche, oder was?“, fragte Marc genervt. „Weißt du was? Das ist gar keine so schlechte Idee! Das würde mir so richtig gut tun!“, erwiderte sie und streifte gleich darauf ihr Oberteil ab, dann zog sie sich die Hose und ihre Unterwäsche aus. „Was ist? Was guckst du so belämmert? Hast du noch nie eine nackte Frau gesehen?!“
„Doch schon, aber nicht in so einer spontan herbeigeführten Situation!“ Nancy gesellte sich zu Marc in die Duschkabine,schnappte sich dann sein Duschgel und stellte sich unter die Brause.. Sie wendete ihren Rücken Marc zu, hob den Kopf und fuhr sich mit den Händen durch ihre schulterlangen blonden Haaren. Marc konnte da nicht widerstehen und näherte sich ihr...
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